Pagsanjan Falls – Shooting the Rapids & Boodle Fight (Tag 5: Philippinen Tripreport)

Die Pagsanjan Falls mit einem Floss

Pagsanjan Falls – Shooting the Rapids: Eine Attraktion die schon Anfang der 80er Touristen angeboten wurde. Die Pagsanjan Falls sind eines beliebtes Ausflugsziele in der Region rund am den riesigen Binnensee Laguna de Bay. Da die Pagsanjan-Falls nur über den Pagsanjan-River zu erreichen sind, ist ein Ausflug dahin mit einer rasanten, ca. 1-stündigen Bootsfahrt durch atemberaubende Natur gekoppelt. Wir mieteten einen Van in Cardona, packten die Family und fuhren hin. Wir machten auf unsere Tour tolle Stops am Caliraya Lake und gönnten uns traditionelles Philippinisches Essen vom Bananenblatt beim sogenannten Boodles Fight im Isdaan Floating Restaurant.
Viel Spaß mit dem 5. Tag meines Philippinen Tripreports.

Tour-organisatorische Dinge und Hinfahrt im Van

Für diesen Tag organsierte uns Jim Rex seinen Onkel als Fahrer inklusiv dessen Minivan. Normalerweise fährt sein Onkel damit täglich die Route Manila-Cardona beruflich. 3.000 Peso zahlten wir, um seinen Verdienstausfall auszugleichen, was völlig ok war. Kurzfristig sagte er leider ab, hat aber netterweise gleich für Ersatz gesorgt – sein Arbeitskollege Diego. Im Van ging es heute mit der Familie zu den Pagsanjan-Falls, einem Wasserfall, der nur per Boot über einen Fluss zu erreichen ist. Meine Eltern machten die Tour zusammen mit Onkel Kaka und Onkel Rene bereits den in den 80ern. Auf den damaligen Super-8-Filmaufnahmen war ich immer sehr angetan davon, wie die Boote im rasanten Tempo an den Felsen im Fluß vorbei manövrierten – daher war ich richtig hyped.

Philippinische Familie im Van
Die Familie ist bereit für den Ausflug

Über die philippinische Selfie-Kultur

Obwohl die Entfernung von Cardona dorthin nur 80 km betrug, berechnet Google-Maps für die Strecke 2 Stunden und 40 Minuten. Vermutlich den Straßenverhälnissen und den Serpentinen in der hügeligen Landschaft geschuldet. Jimrex hat uns netterweise ein ganzes Tourpaket gebastelt inklusive Restaurant besuchen und netten Sightseeing-Spots. Bedauerlicherweise konnte auch er nicht dabei sein, aber dafür sprang sein Schwester Emmie für ihn als Fremdenführer ein.
Witzig fand ich, dass auf seinem Tourplan hinter manchen Spots in Klammern das Wort „Selfie“ vermerkt hat. Das spiegelt auch die philippinische Fotokultur wieder. Was bei uns ein Fotospot oder Fotostop ist, ist bei denen ein Selfie Spot. Man macht einfach keine normalen Fotos, wo niemand drauf zu sehen ist. Das kenne ich auch von meiner Mutter. Urlaubsfotos mit einem selber drauf fungieren als Beweisfotos. Wenn du nicht mit drauf bist, warst du nicht da. Und seitdem es Smartphones mit Selfie-Funktionen gibt, werden die Fotos noch schlechter. Und werden diese auf Facebook gepostet wird vorher auch nicht aussortiert.

Bad Vibes beim Boodle Fight

Nach knapp 2 ½ Stunden sind wir in Pagsanjan angekommen. Ich freute mich über das gute Wetter, denn habe gelesen, dass in der Gegend meist Nachmittags der Himmel zuzieht. Allerdings hatte Emmie für uns beschlossen, erst zur Frühstücks-Location zu fahren. Nach ‘ner weiteren halben Stunde Fahrt wurde ich aber etwas ungeduldig. Ich hatte ja im Vorfeld Boote reserviert und hatte die Sorge, dass sie verfallen. Nach 40 Minuten sind wir an einem Restaurant namens (Isdaan Floating Restaurant) angekommen. Ich ahnte die Location aus dem Internet. Das Restaurant selber ist wie ein kleiner Erlebnispark hergerichtet mit witzigen Figuren. Eigentlich ganz nett bis auf die witzigen Figuren. Statt Frühstücken war aber nun ein fettes Mittagessen angemacht. Hier gibt es nämlich das legendäre Boodle FightMenü. Philippinisches Food vom Feinsten, serviert auf Bananenblättern. Gegessen wird, so wie es sich gehört, mit der Hand!


Für mich war es aber nicht die richtige Zeit für die Fressorgie, da ich Hummeln im Arsch wegen der Bootsfahrt und der Reservierung hatte. Nach der Bootstour wäre es perfekt gewesen – man hätte sich beim Essen schön Zeit lassen können und wäre auch noch richtig hungrig gewesen. Naja, irgendwie verspannte ich mich dabei und die Maus war schon richtig sauer auf mich. Sie meinte, ich soll mich chillen und sie beschloss dann auch, dass wir es jetzt so machen, wie Emmie es vorgesehen hatte. Die Truppe hat auch schon mitgekriegt, dass mir 1 Laus über die Leber gelaufen ist und Emmie fragte sich, was sie falsch gemacht hat. Nachdem die Stimmung gut im Keller war, buchten wir den Boodle Fight für 800 Peso (14 Euro) pro Person, was für philippinische Verhältnisse schon recht teuer ist. Auf dem schönen Erinnerungsfoto sind die Bad Vibes noch spürbar. Sorry Auntie Emmie! Das Essen war aber richtig köstlich und ich fühlte mich wie ein Idiot, da wir es nicht in vollen Zügen genießen konnten.

“Boodle Fight hat seinen Ursprung im philippinischen Militär. Bevor es losgeht spricht ein Ranghoher Offizier das Kommando: ‘Ready on the left, ready on the right, commence boodle fight’ “

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Pagsanjan Falls – Shooting the Rapids

Nun ging es endlich zu den Pagsanjan Falls bzw. zur Bootsableger! Wir hatten über die Internetseite Tripinas, wie gesagt zwei Boote für 6 Leute bestellt. Pro Boot können drei Leute mitfahren. Nachdem ich mich bei Auntie Emmie für mein Verhalten entschuldigt habe, überredeten wir sie, mit uns mitzufahren und unseren Fahrer Diego gleich mit. Sie zögerte erst, er jedoch war sofort hyped. Pro Fahrgast bezahlten wir 1399 Peso (ca. 24€). Jeder bekam ein Helm und eine Schwimmweste. Das gab es bei meinen Eltern in den 80ern noch nicht. Die Sicherheitsstandards entwickeln sich auch in den Philippinen weiter. Übrigens gibt es beim Bootsableger Schränke, wo ihr eure Sachen wegschließen könnt. In den Booten selber gibt es kleine Plastiktonne, wo man die Mitbringsel für die Tour wasserdicht verstauen kann.

“Man kann die Tour als Package inkl. Transfer von Manila aus buchen oder ohne Transfer auf tripinas.com.ph

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Bootstour zu den Pagsanjan Falls
Die Maus und ich teilten uns ein Boot mit Onkel Kaka

Der Hinweg führte stromaufwärts den Pagsanjan River entlang. Anfangs wurden wir noch von einem Motorboot gezogen. Philippinos die am Fluss wohnten winkten uns zu, während sie ihre Wäsche im Fluss wuschen oder die Kinder am Ufer spielten. Nach einigen 100 Metern fuhren wir dann durch die Schlucht, wo der Vordermann des öfteren vom Boot hüpfen musste, um uns an den felsigen Abschnitten hinauf zu ziehen. Richtige Knochenarbeit, der Typ war vong Muskulatur auch eine übelste Maschine. Auf den Weg zum Wasserfall kamen uns zig Boote entgegen, ich schätze mal zu 90 % waren es Chinesische Touristen. Die Natur war sehr beeindruckend. Wir fuhren den restlichen Teil der Strecke durch felsige Schluchten, die teilweise mit Pflanzen bewachsen waren und immer wieder kleine Wasserfälle zum Vorschein brachten. 

“Nehmt für die Bootstour unbedingt ne Badehose oder Shorts mit, der Hintern wird nämlich sehr nass!”

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About “Big extra tip”

Gedämpft wurde die Stimmung aber, als der hintere Bootsführer uns mit ernster Miene und tiefer Stimme weiß machen wollte, dass er von uns „Big Extra Tip“ erwarte, weil der Vordermann erst 2 Wochen dort arbeitet und 1 Lappen ist. So eine dreiste Trinkgeldvorderung habe ich auf den Philippinen noch nicht erlebt. Bei der Recherche über die Tour erfuhr ich bereits von den dreisten Trinkgeldforderungen (1000 Peso erwarten sie), es hieß aber auch, dass die Veranstalter davon wüssten und dieses Verhalten inzwischen unterbindet würde. Aber nix da. Der Normalfall auf den Philippinen ist eigentlich, dass die netten gutgelaunten philippinischen Tourguides jede Tour aufwerten und man gerne dazu bereit ist gutes Trinkgeld zu geben. Hier ist nun das Gegenteil der Fall. Denn der Typ war einfach unsympathisch und bitte wirkte fast schon wie eine Drohung. Ich versuchte trotzdem den Trip zu genießen, aber es schwingt halt irgendwie mit.  

Plant eine große Trinkgeldforderung (500-1000 Php) ein.”

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Bankiero navigiert das Boot an Felsen vorbei
Der Bootsman hatte gut zu tun.

Touri-Bespaßung am Pagsanjan-Wasserfall

Nach einiger Zeit erreichten wir den Wasserfall, der sich in ein natürliches Becken ergießt. Die Philippinen haben natürlich noch viel schönere Wasserfälle auf Lage, aber das wusste ich schon vorher.  Hier ist ganz klar der Weg das Ziel. Die Bootsfahrt an sich würde schon reichen für nen tollen Ausflug. Was mich überraschte, war, dass man sich auf einem Floß per Seil durch den Wasserfall in die dahinterliegende Höhle ziehen lassen. Ja, aber warum? Ich musste es ausprobieren. Die Maus und Onkel Kaka waren auch mit dabei und so stiegen wir zu den ganzen Chinesen mit aufs Floß. Die Wassermassenwar schon heftig und es schien, dass die chinesischen Touris den Spass ihres Lebens hatten. So geht also asiatischer Spaßtourismus. Ich fand es in dem Moment zwar ganz witzig, aber im Grunde ist diese Attraktion so was von sinnfrei. Ich fand es irgendwie auch schade, dass diesen schönen Ort damit “verschandelt” wird.


Rasante Rückfahrt stromabwärts

Die Bootsfahrt zurück ging nun rasanter, da wir nun mit stromabwärts glitten und es machte richtig Spass an den Felsformationen vorbei zu pesen. Am Bootsanleger angekommen, gab ich den Bootsführern etwas wiederwillig das Trinkgeld, jedoch fernab von ihrem Big Extra Tipp. Sie sahen auch nicht sehr glücklich darüber aus, aber ich war es auch nicht. Ich sagte Ihnen, dass sie durch ihr unfreundliche Art Trinkgeld zu fordern, eigentlich gar kein Trinkgeld verdient hätte. Ich gebe sonst wirklich gerne, wenn es “from the heart” ist.
Diese etablierte Unart versaut einem leider dieses sonst hammermäßige Naturerlebnis. Ich würde euch jedoch deswegen nicht davon abraten diese zu machen. Plant es einfach ein und genießt es.

Next Stop: Caliraya Lake

Auf dem Rückweg fuhren wir noch am Caliraya-Lake vorbei, einem Stausee in 365 Metern über null. Dort war ein Besuch im Japanese Garden angedacht, der aber leider schon geschlossen hatte. Wir stiegen aus und machten ein paar schöne Fotos am See – aber keine Selfies!  🙂 Es war schon schön dort und ist sicher ein nettes Naherholungsgebiet für den Großstädter. Auf der anderen Seite des Sees sahen wir einen Art Wasserpark und Campingplätze. Was ist an dem See aber am abgefahrensten fand, war dass die Vegetation überhaupt nicht philippinisch wirkte. Keine Palmen weit und breit und so.


Abendessen in Tanay

In Tanay legten wir noch ein Essensstop im Restaurant Rambulls ein. Dort erwartete uns solide Philippinsche Küche, weshalb die Philippinos auch gerne hingehen. Ich gönnte mir BBQ-Spieße und knuspriges Bauchfleisch, dazu ein köstliches Royal Getränk (das philippinische Pendant zu Fanta). Ok, das Getränk zwar einen Tick zu süß, aber es hat irgendwie das besondere Etwas. 
Falls ihr in Tanay oder Umgebung seid, schaut ihr ruhig mal vorbei. Ich fand es dort dort echt gut.

Um kurz nach acht sind wir zu Hause angekommen, todmüde, aber happy. Es war mal wieder ein sehr erlebnisreicher Tag mit meiner verrückten Familie und leider auch schon die letzte Nacht in Cardona. Morgen mittag geht es für uns zurück nach Manila um von dort den Nachtbus in den Norden nach Banaue zu nehmen.

Tag 5 auf der Landkarte


Fortsetzung folgt

Ich hoffe, der 5. Beitrag Pagsanjan Falls – Shooting the Rapids” meines Tripreport Philippinen hat euch gefallen. Der nächste Beitrag führt uns von Cardona nach Manila und von dort aus per Nachtbus nach Banaue in den Norden in die Philippinische Bergwelt. Dort blieben wir 3 Nächte und erkundeten die Reisterrassen von Banaue, Hapao und Batad, außerdem ließen wir uns von der weltberühmten Tattoo-Künstlerin Apo Whang-Od in Buscalan tätowieren.
Wir sehen uns im nächsten Beitrag, euer Bendja.

Zu Tag Nr. 6: Mit dem Nachtbus von Manila nach Banaue

Links zu weiteren Artikeln dieser Philippinenreise



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