Von Manila nach Cardona – Family is calling (Tag 3: Tripreport Philippinen)

Ein Halbphilippino, seine deutsche Frau zu Besuch bei der Philippinischen Familie

Zuletzt aktualisiert am 14. Januar 2023

Von Manila nach Cardona ging es an unserem dritten Reisetag unseres 3 1/2 wöchigen Philippinenurlaubs. Dort stand der 3-tätige Besuch meiner Familie mütterlicherseits an: Onkel Kaká, Onkel René, Tita Mila und meinem Cousin Jan Jan. Die Kleinstadt Cardona ist ca. 50 km von Manila entfernt und liegt am idyllischen Laguna de Bay, der größte Binnensee der Philippinen. Cardona selbst ist kein Ort, wo sich Touristen hin verirren und das macht den Aufenthalt dort so besonders. Echter kann man die Philippinen nicht erleben.


Morgens in Manila

Cool am Pool (Novotel, Quezon Manila)

Der Tag begann in Manila mit einem sehr leckeren Frühstücksbüffet im Novotel*. Es gab einfach alles, sogar indische Speisen. Für mich kommt aber ausschließlich Philippino Breakfast in Frage: Fried Garlic Rice, Spiegelei Sunny Side up und dann entweder Longanisa oder Tuscino. Es war auch mein erstes philippinische Frühstück. Ein Träumchen! Jetzt bin ich richtig angekommen.  

Anschließend relaxten wir noch 2 Stunden am Pool, bevor wir unsere Sachen packten und um 12 Uhr auscheckten.



Gefangen im Schlund der SM-Megamall

Mit einem Uber-Taxi ( ich benutze das erste Mal eins) ließen wir uns in die 4,3 km entfernte SM Megamall bringen, eine der größten Shopping-Malls in ganz Asien. Von der dortigen Van-Station fahren nämlich die Mini-Vans (hier ein öffentliches Verkehrsmittel, quasi ein Linien-Van) nach Cardona.

Die Mall selber ist ein riiiiieesiger Komplex, in dem man sich gut verlaufen kann. Mein Bro und ich haben 2005 etliche Stunden in dieser Mall verbracht (jetzt aber nicht, weil wir uns ständig verlaufen haben, sondern weil dort einfach gerne rumlungerten). Als wir schwerbepackt Eingang angekommen sind, wurde der Rucksack von der Maus unter Einsatz eines Spürhundes kontrolliert – meiner witziger Weise nicht, sonst bin ich ja immer derjenige der kontrolliert wird.

Unser schweres Gepäck (wir hatten noch Süßigkeiten & Klamotten für die Verwandtschaft von zu Hause mitgebracht) gaben wir dann im Luggage Storage eines Supermarktes ab. Es hat aber ewig gedauert bis wir diesen Supermarkt in gefunden haben.



Food Court der SM Megamall

Danach holten wir noch ein paar Peso am ATM und gingen runter in den Foodcourt um was zu essen. Ich liebe den Food Court, schon immer, einfach weil man dort einen sehr umfangreichen Einblick in die kulinarische Vielfalt der Philippinen bekommt. Die Auswahl ist gigantisch, die Qualität des Essens jedoch unterschiedlich.

Als ich meine Mutter 2013 nach Tipps für gute Restaurants in Manila fragte, schlug sie mir diesen Foodcourt vor. Für eine nettes Dinner am Abend gibt es natürlich bessere Locations, aber meine Mum ist halt ne echte Philippina und liebt diese Art von Restaurants. Wenn ich mit ihr in der Innenstadt Hannovers zum Mittagessen verabredet habe, wollte sie auch lieber zu Pizza Hut als in ein vernünftiges Restaurant.

So nun aber weiter im Report: Bevor wir unsere Suche nach der Van-Station antraten, kauften wir noch Blumen für Tante Mila, weil sie heute Geburtstag hat.

„Die Philippinos lieben Fast-Food. Viele Jahre wurden sie vom amerikanischen Way of Life inspiriert“

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Wo ist diese verfluchte Van-Station?

Die Van-Station haben wir nicht auf Anhieb finden können und sowohl die Leute, die wir fragten, als auch Google Maps konnten uns da weiterhelfen. Ich glaube „Van-Station“ ist hier einfach nicht die richtige Bezeichnung. Wir waren schon richtig fertig mit den Nerven und haben den Mall-Komplex mit unseren schweren Rucksäcken gefühlt mehrfach umrundet, bis wir sie endlich gefunden haben.

Inzwischen war es auch schon 16:45 Uhr, und somit haben einfach mal über drei Stunden in bzw. an dieser gigantischen Mall verbracht. Die meiste Zeit davon war der Sucherei geschuldet. Erleichtert kauften wir zwei Tickets für uns und zwei Tickets für unser Gepäck, denn dieses blockiert ja Sitze.

Da Cardona alles andere als ein Touri-Hotspot ist, waren Ann-Katrin und ich die einzigen Ausländer, die in den Van stiegen.



Der Weg aus Manila raus ist spannend und gleichzeitig ernüchternd, da die Fahrt an den Randgebieten der Slums entlang geht. Die Gegensätze in dieser Stadt sind schon sehr heftig. Allerdings bin auch recht schnell eingeschlafen und hab dann auch nicht all zu viel mitbekommen.



Cardona, Rizal, Laguna de Bay



Ankunft in Cardona

Um kurz nach 19 Uhr sind wir in Cardona angekommen und wurden schon vor der regulären Haltestelle an der Straße herausgelassen. In Deutschland wäre das kaum vorstellbar, dass ein Bus einen jemanden nicht an einer regulären Haltestelle rauslässt. Wir wurden von der Tochter des Patensohns meiner Mutter an der Hauptstraße abgeholt und von ihr in unsere Wohnung gebracht. Die Wohnung gehört einer Schulfreundin meiner Mutter, die die meiste Zeit über in Kanada wohnt. Wir waren überrascht, wie gut das Haus ausgestattet war: Fetter Fernseher, Regale mit philippinischem Kitsch und eine schicke Wohnküche.



Chillen mit der Fam + 1 Kindheitstraum wurde wahr

Um 20 Uhr fuhren wir dann mit unseren Gastgeschenken + Geburtstagsstrauss per Tricycle rüber zu meiner Tante Mila. Mein geliebter Onkel Kaká, der direkt nebenan sein Haus hat und mein Cousin Jan Jan waren auch da. Das Wiedersehen ist immer recht emotional mit leichten Freudentränen und so. Hinzu kam, dass wir uns das erste Mal nach dem Tod meiner Mutter sahen.

Nach der Begrüßungszeremonie fuhren wir zu einem Street-BBQ-Stand und kauften dort unser Abendessen ein. Street-BBQ auf den Philippinen bedeutet überwiegend Spieße, Huhn oder Schwein in allen Varianten, wie z.B. Nieren, Hühnerfüsse, Leber, Darm, Kopf, die reine Haut und natürlich klassische Keule, Flügel oder das ganz normale Fleisch. Hier wird alles verwertet. Ich gönnte mir die klassischen Varianten + Haut vom Schwein. Leute, ein Kindheitstraum wurde war. Ich wünschte mir schon immer ein Gericht das aus reiner knusprigen Haut ohne das überflüssige Fleisch. Obwohl ich nun das vierte Mal auf den Philippinen bin, ist mir dieses Köstlichkeit bisher noch nie begegnet.

„Gegrillte Hühnerfüsse werden auf den Philippinen gerne gegessen. Sie werden humorvoll Adidas genannt! „

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Wir verbrachten den restlichen Abend bei Tante Mila. Nach 4 ½ Jahren hat man sich auch so einiges zu erzählen. Wir haben Fotos von unserem letzten Besuch mitgebracht und über die Familie, Gott und die Welt gequatscht.

Als wir aufbrachen war ich noch kurz bei meinen zweiten Onkel (Onkel René) im Nachbarhaus, der war aber leider kurz angebunden war. Tante Mila erzählte mir danach, dass die beiden seit längerem zerstritten sind und das Verhältnis zwischen den beiden gerade angespannt ist. Naja, der ganz normale Familienwahnsinn.



Fortsetzung folgt

Am nächsten Tag stand Jan Jans Geburtstag auf dem Zettel. Es ging mit der Fam in eine Mall in Angona, um in dem Lieblingsrestaurant meines Cousins zu speisen und an den Pool des Kuhala Bay Resort mit toller Overview auf den Laguna de Bay.

Link zu Tag 4: Pool-Nachmittag am Laguna de Bay

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