Garden Route (Tag 5-7): 2 Tage Natures Valley, ‚The Crags‘ & Bloukrans Bridge (Bungee Jump)

Bendja an der Groot River Lagune mit Blick auf die Tsitsikamma Mountains in The Crags beim Nature's Valley

Zuletzt aktualisiert am 20. September 2022

2 Tage Nature’s Valley: In diesem Artikel geht es um unseren zweitätigen Aufenthalt in der Gegend namens „The Crag“, wo wir unseren 3. Übernachtungsstopp auf unserer Reise einlegten. Wir wohnten in einem supernicen Baumhaus-Hotel inmitten eines Dschungels, wanderten auf teilweise gesperrten Pfaden des Salt River Hiking Trail im wundervollen Nature’s Valley, wurden Opfer einer Straßenblockade freilaufender Paviane und besuchten den verregneten Ort Keurboomstrand, um komischerweise bei einem Italiener zu essen. Außerdem erfahrt ihr, wieso die imposante Bloukrans-Bridge zu meinem Schandfleck der Reise wurde. Das alles und noch viel mehr im folgenden Tripreport.


Tag 5: Ankunft im Dschungel-Baumhaus

Es ist Tag Nr. 5 unseres Roadtrips in Südafrika und wir haben grad den beeindruckenden Tsitsikamma-Nationalpark besucht. Wir verließen die N2 und steuerten unsere nächste Unterkunft an, das Trogon House and Forrest Spa, das in der Nähe beliebter Attraktionen wie das Monkeyland und das Birds of Eden liegt. Je näher wir kamen desto mehr Schilder, die irgendwelche Attraktionen, Restaurants oder Lodges bewarben. Lange Weile wird hier wohl nicht aufkommen.


Trogon House and Forrest Spa

Die letzten 500 Meter ging es auf einem abenteuerlichen Waldweg zu unserer Dschungel-Oase, bestehend aus mehreren Baumhausbauten, die über kleine Holzwege verbunden sind. Nach einem kurzen Begrüßungscognac konnten wir unsere schicken Zimmer beziehen.
Das Abgefahrene war, dass zwei Seiten komplett verglast sind, was den Affen im Wald, aber auch ein bisschen den Leuten, die vom SPA kommen günstige Spanneroptionen bietet.
Das „Deluxe Doppelzimmer mit Terrasse“ kostete uns insgesamt 4488 Rand (260€ für zwei Nächte). Es war damit die zweitteuerste Unterkunft auf unserer Südafrikareise, aber sie war jeden Rand wert. Gebucht haben sie über Booking.com.



Pooltime

Nach 5 Tagen hatten wir endlich mal die Zeit am Pool rumzulümmeln. Die letzten zwei Sonnenstunden wollten genossen werden, denn die Wetter-App kündigte für die nächsten beiden Tage schlechtes Wetter an. Wir bestellten uns einen Snack-Teller, schnappten uns zwei Liegen und lauschten den Vögeln des Dschungels, die uns südafrikanische Melodien zwitscherten. Das Wasser im Pool war allerdings etwas zu eisig.



Dinner-Time im Hotel-Restaurant

Unser Abendessen genehmigten wir uns im schicken Hotel-Restaurant. Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen 3 Gänge-Menüs – auch mit vegetarischer Option. Man muss es allerdings am Nachmittag anmelden, was bei der kleinen Zahl der Gäste auch Sinn macht. Das Personal hier war super höflich und gut ausgebildet und das Essen hat vorzüglich.




Tag 6: Wanderung im Nature’s Valley und Beach-Restaurant am Keurboom Beach

Morgens begrüßte uns die Hotelkatze die sich durch die Balkontür in unser Zimmer schlich. Sie war zwar süß, aber das sah meine Katzenallergie anders. Frühstück gab es nach Art der britischen Kolonialherren, das wir auf der Terrasse mit Blick über den Dschungel zu uns nahmen. Die Temperaturen waren bei knapp unter 20 Grad und der Himmel war bewölkt.
Da für Nachmittag Regen angesagt war, haben wir die Option „eine Wanderung im Robberg Nature Reserve“ gecancelt. Wäre ja richtig Absturz, an der Spitze einer 5km langen steinigen Landzunge unterwegs zu sein, wenn es anfängt zu schütten. Die ganzen Parks u. Freizeitangebote in der Nähe reizten uns weniger. Daher entschieden wir uns dem Natures’s Valley einen Besuch abzustatten. Zwei Traveller-Dudes in Jeffreys Bay legten uns diesen Ort ans Herz und außerdem es er auch nur 15 km entfernt.



Monkeys on da Road

Um halb 10 machten wir uns auf den Weg. Schon nach wenigen Metern versperrte uns eine Horde Paviane (Baboons) den Weg. Sie chillten einfach auf der Straße und machten ihr Ding. Sie aßen Beerens, entlausten sich gegenseitig oder lagen faul am Boden herum. Wir rollten ganz langsam vor und sie ließen uns gnädigerweise passieren, obwohl einer auch etwas protestierte.


Nature’s Valley

Lagune am Grootriver

Die Straße führte uns direkt an der Lagune am Grootriver, wo wir unseren Wagen parkten. Die Landschaft hier war einfach amazing. Vor uns die Ausläufer der grünen Tsitsikamma Mountains, die die idyllische Lagune einrahmten, rechts ein superbreiter Sandstrand und dahinter der rauhe indische Ozean. Echt Hammer und kaum Leute hier. Wir spazierten barfuß durch den Sand, machten Fotos und verweilten hier einfach etliche Minuten, weil es so schön war.



Nature’s Valley (Feriendorf)

Spontan entschieden wir uns den 4km kurzen Salt River Hiking Trail zu wandern. Dafür fuhren mit dem Auto einmal durch das kleine Feriendorf des Nature’s Valley, weil der Trail dahinter beginnt. Das Dorf ist eine kleine idylische Ansammlung von Holzhütten, Ferienhäuser und B&Bs. Wer Ruhe und Natur sucht ist hier genau richtig.
Im hintersten Teil des Ortes fanden wir einen kleinen Lebensmittelladen/ Kiosk, wo wir uns mit Snacks eindeckten und uns bezüglich der Route informierten. Die Verkäuferin teilte uns mit, dass jetzt Low-Tight ist (also Ebbe) und wir den Trail somit komplett wandern können. In unserem Falle war es egal, aber bei Flut wäre diese Info überaus nützlich gewesen. Informiert euch also am besten über den Gezeitenstand.


Salt River Trail

Der Salt River Hiking Trail ist ein nur knapp 4km Rundwanderweg, der am hinteren Strandabschnitt beginnt. Nach einigen Metern entscheidet man sich dann zwischen „weiter geradeaus gehen“ oder „rechts in den Trail abbiegen“. Wir nahmen Option 2 und liefen somit gegen den Uhzeigersinn. Übrigens findet ihr den Trail auf Alltrails.com.

„Der Salt River Hiking Trail kann nur bei Ebbe komplett gewandert werden!“

Bendjas Traveltipps



Nature’s Valley Lookout

Durch Büsche und Gestrüpp ging es auf einem ausgetretenem Pfad erstmal eine Weile bergauf. Nach 500 Metern war ein kleiner „Viewpoint“ erreicht, der Nature’s Valley Lookout. Von dort hat meinen ein hammermäßige View auf das gesamte Nature’s Valley! Hierfür muss man die Augen etwas aufhalten, denn man übersieht ihn leicht. Falls man nicht den ganzen Trail gehen möchte, lohnt sich der Aufstieg (ca. 500 Meter weit, 70 Höhenmeter) für die View allemal.



Mermaids Cove

Weiter ging es über über den höchsten Punkt (ca.100 Meter über null) bis es dann auf einer Strecke von 1 km langsam wieder bergab ging. Unten erwartete uns die hübsche Bucht des Salt Rivers aka der Mermaids Cove. Auch in diesem Abschnitt erhascht man noch einige nette Views auf die unberührte Landschaft. Mit dem Betreten des Strandes, war dann auch die Hälfte der Strecke geschafft. Nach dem kurzen Strandabschnitt betraten wir wieder einen Trail der entlang des Bergs zum Meer führt.

Nun wurde es etwas tricky, denn nun es gab keinen richtigen Wanderweg mehr. Wir mussten uns über Felsen den Weg entlang des roughen Ozeans bahnen. Auch etwas Kletterei und Hüpferei gehörte dazu also für richtig unsportliche Leute wäre hier Schluss würd ich sagen. Das ist übrigens die besagte Stelle, die bei Flut nicht gemeistert werden kann.



Der gesperrte Abschnitt!

Am Ende erwartete uns ein kleiner schmaler, nicht ganz ungefährlicher 15 Meter hoher Weg entlang einer Klippe, von der es relativ steil nach unten ging. Hier soll schon mal jemand tödlich verunglückt sein. Wahrscheinlich wurden auch deswegen eine Absperrungen aus Metallpollern und Seilen angebracht. Ausgerechnet an der obersten Stelle sind aber zwei von ihnen herausgebrochen und baumelten am Seil! Ayayay, auf so etwas waren wir nicht vorbereitet.

Hier war wirklich Vorsicht und Konzentration geboten! Als wir die Stelle passierten, stießen wir auf ein Warnschild, das die Leute aus der entgegenkommenden Richtung warnt. Naja zu spät, wir sind nicht runtergestürzt und konnten den letzten Kilometer ohne besondere Vorkommnisse auf sicheren Pfaden bis zum Strand spazieren. Gebraucht haben wir für den sonst sehr nicen Trail ca. 2 gemütliche Stunden!



Keurboomstrand und Enrico

Eine Stunde später (inzwischen war es 14 Uhr) waren wir im 25 km entfernten im Ferienort Keurboomstrand kurz vor Plettenberg. Ziel war das italienische Restaurant Enrico, dass direkt am Meer liegt und uns von den Betreibern unserer Unterkunft empfohlen wurde. Italienisch zu essen bricht zwar mit meiner Prämisse im Urlaub nur regionale Küche zu essen, aber in Südafrika war es bisher schwierig, richtig einheimische Küche zu finden. Wenn war es eher die britisch angehauchte Küche.

Aber ich sag mal so: am Meer köstlichen Fisch -eine Dorado und Riesengarnelen- mit Beilagen zu bestellen ist ja auch kein Fehler. Das Highlight des Restaurants scheint aber die Vorspeise „Bomba“ zu sein, eine Art aufgeblähte Foccatia, die wir an sämtlichen Nachbartischen erspäht haben. Gutes Essen in einer tollen Lage.



Mall in Plettenberg

Inzwischen hat es sich richtig eingeregnet. Wir fuhren nach Plettenberg rein, um Datenvolumen für unsere Phones zu besorgen und noch etwas einzukaufen. In der Plettenberg Mall bekamen wir beides. Wir deckten wir uns mit allerlei Köstlichkeiten ein, die uns durch den restlichen verchillten Tag brachten, den wir danach entspannt in unserer Unterkunft verchillten. Das Regenwetter im Dschungelhaus hatte schon was. Die beste Unterkunft für Regentage!




Tag 7: Bloukrans-Bridge und weiter nach Knysna

Heute ging der Roadtrip weiter. Unser nächstes Ziel war das 55km entfernte Knysna, also keine besonders weite Strecke. Wir packten unsere Sachen, frühstückten und checkten gegen 10:30 Uhr aus. Wetter war immer noch grau und mit vereinzelten Regenschauern.



Bungee-Jumping an der Bloukrans Bridge

Statt Knysna direkt anzusteuern fuhren wir 20 km in die entgegengesetzte Richtung zur Bloukrans-Bridge, von der man aus 216 Metern den zweithöchsten Brücken-Bungee-Jump der Welt machen kann. Übrigens fährt jeder Garden Routen Roadtripper über die Bloukrans Bridge (so wie wir am Tag 5) da sie Teil der N2 ist. Zum Bungee-Springen muss man kurz vor der Brücke (östliche Seite) rechts runterfahren. Es erwartet einen eine kleine Ansammlung aus Souvenirshops, kleine Ausstellungsräume, ein Panorama-Restaurant und das Khoisan Cultural Village, wo Einheimische Kunsthandwerk verkauften.



Das Bungee-Jump-Dilemma

Eins vorweg: Ich bin schonmal Bungee gesprungen und zwar von einem schäbigen 50 Meter-Kran in Llorett de Mar im Alter von 20 Jahren. Ich nahm es erst auf die leichte Schulter, aber war es dann richtig hart und der Sprung schrecklich.

Das Thema Bungee-Jump war für mich auch für immer erledigt.

Als ich dann während der Südafrika-Reise-Recherche auf die Bloukrans-Bridge stieß, hat sich so langsam die Idee eingeschlichen, mich vielleicht doch noch einmal zu überwinden. Es ist halt nicht irgendein austauschbarer Kran, sondern die 216 fucking Meter hohe Bloukrans-Bridge in Südafrika mit einer hammermäßigen die Kulisse!

Ich ließ sogar im Vorfeld sogar mein Herz von meiner Hausärztin untersuchen, weil das die Bedingung der Maus war. Ein bisschen hoffte, dass ich nicht springen dürfte, weil ich dann fein raus wäre (so doof, ich weiss). Naja, je näher die Reise kam, desto aufgeregter wurde ich. Als wir in Südafrika angekommen sind, habe ich dann einfach gesagt „drauf geschissen, du springst nicht! Genieß lieber den Urlaub!“ Hat bis zu diesem Moment auch gut geklappt.

Aussichtsplattform

Wir spazierten zur Aussichtsplattform und schauten uns das Spektakel an der fotogenen Brücke an. Ich hatte Hochachtung für jeden der sprang. Der Sprung kostet übrigens 1400 Rand (ca. 80 Euro). Mehr Infos auf der Webseite von Face Adrenalin.

In meinem tiefsten Inneren hoffte ich, dass jetzt irgendwas in mir passiert, dass dieser Impuls kommt, der mich zum Springen bringen will. Aber nichts. Das Wetter war außerdem auch so kacke, dass wir es nicht so lange aushielten.

Mit mir hadernd gingen wir zurück zum Auto. Dabei liefen wir einem Mitte 60-Jährigen Mann über den Weg, der grad mit Sprunggarnitur in Richtung Brücke ging: „I’m a Grandpa, i jump for my Enkels.“ Was ein Held! Das war dann noch mal ein Tritt in meine eh schon zu kleinen Balls. Wie auch immer, wir stiegen in den Wagen und fuhren nach Knysna.


Epilog: It ain’t over

Es war alles auch nicht sooo wild. Ich hab mich abends zwar immer noch etwas geärgert, aber im Grunde war ich cool damit. Dies änderte sich aber am Tag 10 unserer Reise schlagartig, als ich ohne Vorwarnung folgende WhatsApp-Nachricht bekam: „Ich bin gesprungen„.

Die Nachricht kam von einem langjährigen Homie, der zeitgleich mit seiner Frau in Südafrika unterwegs war. Wir haben es sogar geschafft uns zwei Tage später in Knysna zu treffen! Ich zeigte ihm die Bilder von der Brücke und erzählte von meiner Schmach. Er selber wusste nichts von diesem Jump und fand’s auch zuuu crazy. Klang jedenfalls nicht so als würde er den Sprung in Erwägung ziehen. Tja und dann schrieb er mir zwei Tage später diese Nachricht, als wir schön entspannt am Pool in Oudtshoorn irgendwo im Landesinneren Südafrikas chillten….der Sack! Ich habe danach länger überlegt, die Zelte abzubrechen und wieder zurückzufahren oder die Reise anderweitig umzuplanen. Haben wir natürlich nicht gemacht. War auch ok.

Also Leute, damit ihr euch im Nachhinein nicht so in den Arsch beißt wie ich, springt einfach und zwar am besten so stylisch wie mein Mann Muray aka der Mann aus der Cliff-Werbung im folgenden Video.

King DJ-Murays Jump, 3 Tage später


Wie immer hoffe ich ,dass euch mein Beitrag „2 Tage Nature’s Valley“ gefallen hat. Mein nächster Beitrag handelt von unserer Zeit in Knysna, Plettenberg und Wilderness. Abonniert meinen Blog, wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt.

Der nächste Beitrag: (Tag 7-10): 3 Tage in Knysna, die Stadt an der Lagune

Auf meinem Instagramprofil findet ihr übrigens unsere Südafrika-Reise in den Instastory-Highlights.

Euer Bendja




2 Tage „The Crags“ auf der Map



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