Wanderung zum Ilsestein – Der Harz von seiner schönsten Seite

Zuletzt aktualisiert am 9. November 2022

Die Wanderung zum Ilsestein war bisher einer unserer schönsten Ausflüge in den Harz. Auf einem ca. 7,5 km langen Rundwanderweg durch Buchen- und Tannenwälder hat es mit dem Gipfelkreuz am Ilsestein und mit den Paternosterklippen hammermäßige Viewpoints. Auf dem letzten Abschnitt entlang der Ilse dann die totale Idylle. Das Wetter zeigte sich im Oktober von seiner besten Seite und präsentierte uns einen leuchtenden Indian Summer. In diesem Artikel stelle ich euch die Wanderroute inklusive einzelner Abschnitte und Streckenhighlights vor. Los gehts!

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Der Ilsenstein bei Ilsenburg

Der Ilsestein befindet sich im Nationalpark Harz in der Nähe der Stadt Ilsenburg in Sachsen-Anhalts. Von hier aus führt z.B. der 10,5 km lange Heinrich-Heine-Wanderweg auf den 1142 meterhohen Brocken.

Wir belassen es aber lieber bei dem Ilsestein, der durch Erwähnungen in Literaturklassikern wie Goethes Faust, und Heines Die Harzreise sowie in Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck einen kleinen Promistatus innehat.

Die Wanderung selber habe ich den 52 kleinen & großen Harz-Eskapaden* aus dem Dumont-Verlag entnommen.



Die Rundwanderung Ilsestein Harz

1. Start in Ilsenburg

Los geht das Ganze vom südlichsten Zipfel der Stadt Ilsenburg, die sich Ostharz und somit in Sachsen-Anhalt befindet. Wir parkten unseren Wagen beim Waldhotel Harz Ilsenburg* (Ilsetal 9, 38871 Ilsenburg), von wo direkt gegenüber die Wanderung auch gleich direkt startet. Der Ilsestein ist selbstverständlich auch ausgeschildert.

🚌 Falls ihr mit Zug und Bussen anreist: Vom Bahnhof Bad Harzburg fährt der Bus 270 nach Ilsenburg. Ihr könnt dann entweder von dort aus schon loswandern oder mit dem Bus 274 zwei Stationen bis zur zur Haltestelle Waldhotel weiterfahren.


2. Zum Ilsestein

Als erstes ging es knapp 1 km durch Buchenwald auf einer leichten, aber durchgängigen Steigung. Wir haben anfangs so gut wie keine anderen Menschen gesehen, weshalb ich schon anfing an der Richtigkeit der Ausschilderung zu zweifeln. Aber natürlich war alles good in Hood bzw. good in the Wood. 😬

Hin und wieder konnten wir ein paar nice Views auf Ilsenburg erhaschen und uns dabei bewusst machen, dass wir schon den einen oder anderen Höhenmeter zurückgelegt haben.

Wir stießen auf den Eselsstieg, dem wir nach rechts folgten. Der Abschnitt hier war superidyllischer und einige beindruckende Granitfelsen-Gebilde wussten zu beeindrucken. Da musste ich natürlich mal hochklettern und schauen was so geht.



3. Am Gipfelkreuz des Ilsesteins

Nach insgesamt 2 Kilometer erreichten wir dann schon die Raststätte Ilsestein, hinter der sich auch der Weg zum Gipfelkreuz befindet. Hier war dann tatsächlich auch einiges los. Ok es war auch ein sonniger goldener Oktobertag und ein Sonntag. Der omnipräsente sächsischen Dialekte erinnerte mich dran, dass wir uns hier ja in Sachsen-Anhalt befinden. In meinem Kopf ist der Harz fälschlicherweise nur in Niedersachsen. 😬🤷🏽‍♂️

Whatever, die Raststätte hat so einiges auf der Karte: Kaffe, Latte Macchiato, Milchkaffee, Lumumba, C-Wurst, Kuchen, Kassler, Kartoffelsalate und und und. Wir stärkten uns mit Käffchen und Waffel. Zu sehr wollten wir uns den Magen nicht voll schlagen, da wir das meiste der Strecke ja noch vor uns hatten.

  • Ich habe im Internet gelesen, dass die Gaststätte sonntags auch mal geschlossen sein kann. Bei uns war es nicht der Fall. Um sicher zu gehen, könnt ihr euch telefonisch erkundigen.



4. Am Ilsetein

Zum Gipfelkreuz ging es an der Gaststätte vorbei. Zuerst mussten ein paar Treppenstufen gemeistert werden, um dann noch ein kleiner felsiger Weg. Die Views zu beiden Seiten waren grandios und wir konnten bis zum Brocken schauen. Welch ein Glück, denn dieser ist an 300 Tagen im Jahr bedeckt!

Das eiserne Kreuz steht auf turmartigen Spitze des Ilsensteins, der sich laut Heinrich Heines Reisebilder „lang und keck aus der Tiefe erhebt“. Errichtet wurde das Kreuz übrigens 1814 von Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode, um den Gefallenen zu gedenken, die bei den zu der selben Zeit stattfindenden Befreiungskriegen gefallen sind. Für schwindelfreie Menschen besteht die Möglichkeit hoch zu kraxeln, um für ein Erinnerungsfoto auf 453 Meter neben dem Kreuz zu posieren.



5. Zu den Paternosterklippen

Das nächste Ziel sind die ebenfalls ausgeschilderten Paternosterklippen, die sich nur ein paar hundert Meter weiter befinden.

Die Paternosterklippen sind zwar an sich ein Tick weniger spektakulär, dafür aber auch nicht so stark besucht von andern Wanderern. Wir gönnten uns hier eine zehnminütige Auszeit bei fantastischer Aussicht auf das bewaldete Ilsetal. Der Harz zeigte uns sein wunderschönes Herbst-Colour-Game mit seinen verschiedenen Abstufungen an Grün-, Gelb, Rot und Orangetönen. So nice und das beste: wir hatten den Spot für uns alleine.

  • Ein bisschen Vorsicht sollte man hier walten lassen (z.B. mit Kids oder Hunden), da es keine Geländer o.ä. gibt. An einigen Stellen geht es recht steil runter.



6. „Fast“ bis Plessenburg dann runter ins Ilsetal

Weiter ging es nun für ca. 1,5 km in Richtung Plessenburg. Auf dieser Strecke sahen wir das erste Mal, was Borkenkäfer so anrichten können. Links und rechts war zur Hälfte toter Wald. Die hinteren Baumreihen hielten aber tapfer die Stellung. (Da die Wanderung schon 3 Jahre her ist, wir aber dieses Jahr bei einem weiteren Harzbesuch gesehen haben, wie wieviel schlechter es dem Harz ergeht, vermute ich stark, dass es hier auch schlimmer geworden ist. )

Ein positive Anmerkung: auf dieser Strecke geht es nicht mehr bergauf und schöne Aussichten gab es auch ein paar!🙂

Wie dem auch sei: Kurz vor Plessenburg kreuzt ihr einen Weg, auf dem ihr scharf rechts abbiegen müsst. Optional könnt ihr auch noch ein paar Meter weiter gehen und im Waldgasthaus Plessenburg einkehren.

Von nun an geht es 2 km bergab in Richtung Ilsetal.



6. Pure Idylle entlang der Ilse

Der letzte Abschnitt führt ca. 1.5km an der Ilse entlang, die irgendwo am Südhang des Brocken entspringt. Ist mit Abstand der idyllischste und friedvollste (ja bissel altdeutsch) Teil der Strecke.

Begleitet wurden wir von dem Plätschern der Baches und dem Rascheln des Herbstlaubs, das bereits den ganzen Boden bedeckte. Dazu vereinzelte Sonnenstrahlen, die es durch den Bäume schafften und etwas Licht und Wärme spendeten. Verschieden große Steine und Felsen, die sich im und am Bach verteilten, luden zum darauf herum balancieren ein und die kleine Holzbrücken eigneten sich hervorragend als nette Fotomotive.

Ihr merkt schon, ich fands hier spitzenmäßig. Allerspätestens hier hat man seinen Alltag dann komplett vergessen! Dieser Abschnitt war ein würdiges Ende einer wirklich schönen Wanderung

Fazit zur Ilsestein-Wanderung

Wie ich bereits anklingen ließ, war diese Wanderung eine unserer schönsten Harzerlebnisse bisher. Dies lag natürlich auch mit am Wetter und den nicen Herbstfarben.

Die Wanderung ist mit Sehenswürdigkeiten, wie dem Ilsestein, den Paternosterklippen und der Ilse sehr abwechslungsreich. Die Strecke ist nicht zu lang und nicht zu schwer, weshalb sich auch ungeübte Wanderer – wie wir es prinzipiell ja auch sind – heranwagen können.

Ich hoffe sehr, dass der Borkenkäfer und das generelle Baumsterben diese Gegend nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen haben.




Rundwanderung Ilsestein Harz auf der Map


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📷 Alle Bilder wurden mit einer Canon Powershot G7x* geknipst.

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7 thoughts on “Wanderung zum Ilsestein – Der Harz von seiner schönsten Seite

  1. Hi Bene,
    ich habe als Kind fast jeden Sonntag mit meinen Eltern wandernd im Ostharz verbracht, daher waren wir natürlich auch im Ilsetal wandern und ja, ich stimme Dir voll und ganz zu, es ist eines der schönsten Täler im ganzen Harz! Aber das zeigen ja Deine herrlichen Herbstfotos auch in ganzer Breite. Mir ist klar geworden, ich muss unbedingt mal wieder dorthin. Vielen Dank für diesen motivierenden Reminder! Nun ja, der Borkenkäfer… meine letzten Harzbesuche hatten etwas apokalyptisches, vor allem zwischen dem Brocken und dem Torfhaus, sah es ziemlich übel aus. Hoffen wir mal, dass sich der Wald wirklich wieder und auch bitte schon recht bald regenerieren kann!
    Herzliche Grüße,
    Jens

    1. Hi Jens, danke für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass ich Kindheitserinnerung wecken konnte 🙂
      Wir sind dieses Jahr auch von Altenau zur Wolfswarte gewandert und waren ebenfalls sehr erschrocken. Wir waren auch unvorbereitet. Ich hatte auch ein Harzer Reisehandbuch dabei und konnte einige Spots quasi direkt abgleichen. Ich hoffe ebenfalls sehr, dass der Wald sich schnell erholt und dass das Ilsetal nicht so sehr betroffen ist.
      Beste Grüße
      Bene

  2. Hallo Bene,

    danke für die Einblicke in meine alte Heimat! 🙂 Nun freue ich mich doppelt, bald wieder für ein paar Tage dort unterwegs zu sein. Zwei Dinge möchte ich anmerken: wir sind zwar Sachsen-Anhalt, aber hier spricht man nicht zwangsläufig sächsisch! Und schon gar nicht im anhaltinischen Harz! Das andere: mich stört es zunehmend, dass viele Menschen sich nur über die toten Bäume aufregen. Es ist nicht nur der Borkenkäfer allein, der die Bäume absterben lässt. Vor allem aber entgeht den Leuten der Blick auf das, was sich dort neu entwickeln darf. Ich glaube, das ist auch der Unterschied zwischen Optimisten und Pessimisten, der sich in diesen Diskussionen zeigt.

    Beste Grüsse Torsten

    1. Hi Torsten,
      danke für deine Hinweise! Das mit dem Dialekt war mir überhaupt nicht klar. Sorry, falls ich dir oder auch anderen Lesern da etwas auf die Füsse trete. Als dialektbefreiter Hannoveraner kennt man sich da einfach nicht so aus :-). Und was das Baumsterben angeht, weiß ich, dass natürlich auch die klimawandelbedingte lang anhaltende Trockenzeit in diesem Jahr dem Wald in einigen Teilen stark zugesetzt hat. Aber als wir diese Wanderung hier gemacht haben (2019) war Trockenheit noch das Thema (soweit ich weiß).
      Ich werde mir ein bisschen von deiner Optimismus-Scheibe abschneiden, wann ich das nächste mal durch den Harz wandere.
      Beste Grüße zurück
      Bene

  3. Hi Bene

    Das ist ja mal eine schöne und herrliche Runde im Harz. Die kann man sich auf jeden Fall mal vormerken. Der Ausblick erinnert mich auch ein wenig an meine Runde – die war allerdings in der Sächsischen Schweiz. Die wäre dann ganz sicher auch was für dich.

    Liebe Grüsse aus Thüringen
    Lisa

    1. Hi Lisa

      die Runde war wirklich eine Träumchen! Du, die sächsische Schweiz steht schon sehr lange auf meiner Liste, aber bis jetzt hat immer der entscheidende Impuls gefehlt, das endlich mal anzugehen. Vielleicht wird es ja 2023 was 🙂

      Besten Gruß

      Bene

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