Philippinen Urlaub – Tripreport (Teil 1): 1 Nacht Manila + 3 Tage Cardona

Wolkenkratzer und Palmen in Manila

Philippinen Urlaub Tripreport, das erwartet dich: Im Februar und März 2018 machten die Maus und ich zum zweiten Mal gemeinsam Urlaub auf den Philippinen, dem Land der 7641 Inseln. Es ging für 3 1/2 Wochen in die Bergwelt im Norden der Philippinen (Banaue), in die Inselwelt der Visayas (Cebu, Siquijor) und nach Manila und Umgebung, wo wir meine Verwandten besuchten.
Im ersten Teil vom Philippinen Urlaub Tripreport bekommst du Einblicke in unsere ersten Stationen: Die Millionenmetropole Manila (1 Nacht) und die Kleinstadt Cardona (50 km von Manila entfernt), wo wir drei Tage mit meiner Familie verbracht haben.
Wenn du wissen möchtest, wie unsere genaue Route aussieht und nach welchen Aspekten wir unserer Reiseroute geplant haben, gehe zu diesem Artikel: Urlaub auf den Philippinen-Routenplanung.
So, und jetzt viel Spaß mit unseren Reiseerlebnissen.

Tag 1: Anreise mit China Airlines

Anreise nach Frankfurt

Zwei Tage vor dem Abflug lag ich noch mit Fieber im Bett und ich dachte schon, dass es nichts mehr wird mit dem Urlaub.  Erstaunlicherweise war ich am Samstagabend wieder richtig fit und so konnte es am frühen Sonntagmorgen des 25.02. 2018 per Flugzeug von Hannover nach Frankfurt gehen. Das Thermometer zeigte Minus 8 Grad und die Vorfreude stieg noch mehr. Es ist unsere erste Fernreise bei der wir nicht mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen fuhren. Erspart blieb mir nun die Angst aufgrund irgendwelcher gravierender Bahnverspätung den Flug in Frankfurt zu verpassen. Vor allem blieb uns die nervige Zugfahrt auf der Rückreise erspart. In Frankfurt brachten wir als erstes unsere Winterjacken zur Wintermantelaufbewahrung. Der Flughafen Frankfurt hat diesen Service 2012 ins Leben gerufen und wir nutzten ihn nun zum dritten Mal. Pro Jacke zahlt man 50 Cent am Tag. Seit dem nie wieder mit Winterjacke in die Sonne.

“Keine Lust deine Winterjacke mitzuschleppen, wenn du in die Sonne fliegst? Nutze den Wintermantelaufbewahrungs-Service am Frankfurter Flughafen!”

Bendjas Traveltipps



Abflug mit China Airlines

Wir flogen, wie 2013 schon, mit China Airlines über Taipeh nach Manila. Diesmal buchten wir allerdings Plätze in der Premium Economy, was unser Flugerlebnis um einiges komfortabler gestaltete. Man hat am Fenster nur eine 2er statt 3er Reihe und um einiges mehr Beinfreiheit. Ich habe versucht am Laptop meine Hausarbeit für die Uni zu beginnen, schmökerte im Reiseführer, guckte Filme und spielte Solitär auf dem Boardcomputer oder wie man das nennt. Es gab leider kaum Filme auf Deutsch, also schaute ich Mord im Orientexpress auf Englisch ohne Untertitel und merkte, dass es nicht der beste Film ist für einen Menschen mit mittelmäßigen Englischkenntnissen. 
Nach Asien fliegt man bekanntlich der Sonne entgehen, weshalb es schnell Nacht wurde und Schlafenszeit angesagt war.

Abendstimmung im Flugzeug China Airlines von Innen
Abendstimmung im Flugzeug

Tag 2: Ankunft in Manila, in den Straßen Quezons

Die ersten Schritte auf philippinischem Boden

Um 6 Uhr morgens landeten wir in Taipeh. Anderthalb Stunden später ging es weiter nach Manila, wo wir kurz nach 10 pünktlich landeten. Direkt am Flughafen holten wir uns erst mal philippinische Peso am ATM und kauften uns jeder eine Sim-Karte mit 8GB Datenvolumen.  Draußen bei den Taxis weiss man erst mal gar nicht, welche Taxis man nehmen sollte. Man wird auch gleich abgefangen und gefragt, wo es hingehen soll. Irgendso ein Shuttle Unternehmen wollte uns für die Fahrt zu unserem Hotel im Stadtteil Quezon fast 3000 Pesos abknüpfen, also 60€ -70€. Ja ne ist klar! Wir nahmen ein normales Metered Taxi und zahlten am Ende ca. 600 Pesos für die Fahrt zum Novotel. Eine gute Alternative ist natürlich Uber. Die erste Fahrt durch die 15 Millionen Metropole Manila liebe ich immer, weil ich richtig hyped auf die Philippinen bin und es einfach viel zu schauen gibt.

Taxi Stand am Ninoy Aquino International Airport in Manila
Taxistand am Ninoy Aquino International Airport in Manila. Benutzt die gelben Metered Taxis, dann kann nichts schiefgehen.

Check in Novotel

Tag Nummer 2 auf der Map

Mit unserem Zimmer im Novotel waren wir sehr zufrieden. Ab 135 € bekommt ihr ein Doppelzimmer inklusive Frühstück. Wir wohnten relativ weit oben und hatten eine Wahnsinnsaussicht auf die Wolkenkratzer von Makati (unbedingt beim Buchen vermerken, daß ihr gerne in den oberen Etagen wohnen wollt). Da wir sehr hungrig waren, aber von der Anreise gut im Arsch waren, bestellten wir Essen aufs Zimmer, statt selber loszugehen. Ich hatte ein richtig köstliches Chicken & Pork Adobo, eins der Besten was ich je aß. Danach wollten wir eigentlich die Gegend erkunden, aber wir schliefen beide ein und wachten erst 3 Stunden später wieder auf. Ich ärgerte mich um die „verlorene“ Zeit, aber im Grunde tat es uns sehr gut. Daraufhin erkundeten wir die Pool-Area des Hotels und liefen dann für 2-3 Stunden in unserer Nachbarschaft namens Araneta City herum.  


Zu Fuß durch Araneta City, Quezon

Es hat diverse Einkaufszenter und einen Sportkomplex (Smart Araneta  Coliseum) und einen Farmer Market, was vor allem für Philippinen-Neulinge interessant sein könnte. In einer Stadt wie Manila ist schon ein Abenteuer einfach planlos zu Fuß durch die Nachbarschaft zu gehen. Man wird von zig Eindrücken erschlagen. Am meisten freute ich mich über die Jeepneys, das öffentliche Transportmittel No. 1,  denn die waren hier in der Gegend extrem bunt und kreativ gestaltet. Spannend wurde es dann in den Seitenstraßen, aber richtig weit wollten wir uns nicht reinwagen.


About philippinisches Fastfood und Spaghetti

Unser Abendessen nahmen wir tatsächlich bei Jolibee ein, die größte philippinische Fastfood-Kette. Ich bestellte ein Menü bestehend aus einer Hähnchenkeule und Spaghetti nach Philippino Art. Geile Kombi, oder? 😀  Jetzt weiss auch, wo meine Mutter das her hat, denn sie servierte mir damals auch gerne mal Nudeln und Bratwurst. Die Spaghetti haben übrigens nicht im Ansatz was mit italienischer Küche zutun. Es ist eine süßliche Tomatensauce auf die man sich mental einstellen muss, aber dann kann man es lieben. Sie sind sicher der Hit auf jedem Kindergeburtstag. Übrigens werden die Spaghetti durchgeschnitten. Auch ein Move, den ich von meiner Mutter kenne und bis dato nicht verstanden habe. Zurück im Hotel gönnten wir uns noch einen Cocktail am Pool, den wir für uns alleine hatten (also den Pool, nicht den Cocktail). 


Tag 3: SM Megamall und Trip zur Familie nach Cardona


Cool am Pool

Der Tag begann mit einem sehr leckeren Frühstücksbüffet im Hotel. Es gab einfach alles. Für mich kommt aber ausschließlich philippinisches Frühstück in Frage. Fried Garlic Rice, Spiegelei Sunny Side up und dann entweder Longanisa oder Tuscino. Ein Träumchen!  Anschließend relaxten wir 2 Stunden am Pool, packten dann Sachen und checkten um 12 aus. Jetzt stand die Reise zu meinen Onkels und meiner Tante nach Cardona an.


Gefangen im Schlund der SM-Megamall

Mit einem Uber-Taxi, ( ich benutze das erste Mal eins) ließen wir uns in die 4,3 km entfernte SM Megamall bringen, eine der größten Malls in ganz Asien. Von dort fahren nämlich die Mini-Vans (hier ein öffentliches Verkehrsmittel, quasi ein Linien-Van) nach Cardona. Die Mall selber ist ein riesiger Komplex, in dem man sich gut verlaufen kann. Mein Bruder und ich haben 2005 etliche Stunden in dieser Mall verbracht – jetzt aber nicht, weil wir uns verlaufen haben, sondern weil es uns dort so gut gefiel. Am Eingang wurde der Rucksack von der Maus unter Einsatz eines Spürhundes kontrolliert – meiner witziger Weise nicht. Es ist sonst eher umgekehrt. Unser schweres Gepäck (wir hatten ja noch Süßigkeiten & Klamotten für die Verwandtschaft von zu Hause mitgebracht) gaben wir im Luggage Storage eines Supermarktes ab. Es dauerte nur ewig bis wir ihn gefunden haben.

Einkaufswagen voller Gepäck
In einem Supermarkt in der SM-Megamall gaben wir unser Gepäck ab

Danach holten  wir noch ein paar Peso am ATM und gingen runter in den Foodcourt, um was zu essen. Ich liebe den Food Court schon immer. Mit dem Essen kann man dort Glück oder Pech haben, man muss wissen, wo man da hingehen soll – aber die Auswahl ist gigantisch! Als ich meine Mutter 2013 nach Tipps für gute Restaurants in Manila fragte, schlug mir sie diesen Foodcourt vor. Sie war schon ´ne Marke. 


Wo ist diese verfluchte Van-Station?

Die Van-Station haben wir nicht auf Anhieb finden können. Die Leute, die wir fragten, konnten uns auch nicht helfen. Ich glaube „Van-Station“ ist wohl einfach nicht der richtige Ausdruck. Wir waren schon richtig fertig mit den Nerven, als wir sie endlich gefunden haben. Inzwischen war es auch schon 16:45 Uhr. Wir haben einfach über drei Stunden in bzw. an dieser gigantischen Mall verbracht, das meiste davon war Sucherei. Nun ging es aber im Mini-Van endlich weiter.

Menschen an der Van-Station in Manila bei der SM-Megamall
Endlich waren wir an der Van Station. Die Dame in gelb ist die Ticketverkäuferin
Asiaten im Jeepney. Alle gucken in ihr Handy
Smombie Alert

Der Weg aus Manila raus ist spannend und gleichzeitig ernüchternd, weil man an den Randgebieten der Slums entlang fährt mit seinen abgerockten Wellblechhütten. Die Gegensätze in dieser Stadt sind brutal. 

Randgebiet in Manila und Blick in die Slum
Auf dem Weg nach Cardona fuhren wir an Randgebieten der Slums entlang


Ankunft in Cardona

Um kurz nach 19 Uhr waren wir dann in Cardona. Dort wurden wir von der Tochter des Patensohns meiner Mutter (Jimrex) abgeholt und in unsere vorübergehende Wohnung gebracht. Sie gehört einer Schulfreundin meiner Mutter. Wir waren erstaunt wie schön das Haus war. Fetter Fernseher, Regale mit philippinischem Kitsch, eine schicke Wohnküche. Das ist für die Philippinen ein sehr hoher Standard. Hier bleiben wir gerne drei Nächte. 


Chillen mit der Fam + 1 Kindheitstraum wurde wahr

Um 20 Uhr fuhren wir dann mit unseren Gastgeschenken und dem Geburtstagsstrauss in einem Tricycle zu meiner Tante (Tita Mila). Mein geliebter Onkel Kaka, der nebenan sein Haus hat und mein Cousin Jan Jan waren auch da. Das Wiedersehen ist immer emotional mit Freudentränen und so. Hinzu kam, dass wir uns das erste Mal nach dem Tod meiner Mutter sahen. Aber die Wiedersehensfreude überwog.
Gemeinsam fuhren wir zu einem Straßen-BBQ-Stand und kauften dort unser Abendessen ein. Street-BBQ auf den Philippinen bedeutet überwiegend Spieße, Huhn oder Schwein in allen Varianten, wie z.B. Nieren, Hühnerfüsse, Leber, Darm, Kopf, die reine Haut und natürlich klassisch Keule, Flügel oder das ganz normale Fleisch. Ich gönnte mir die klassischen Varianten + Haut vom Schwein. Leute, ein Kindheitstraum wurde war. Ich wünschte mir schon immer ein Gericht aus reiner knuspriger Hähnchenhaut ohne das überflüssige Fleisch. Es ist mir vorher noch nie zu Gesicht gekommen.
Bei Mila verbrachten wir den restlichen Abend. Nach 4 ½ Jahren hat man sich auch so einiges zu erzählen. Auf dem Nachhause-Weg trafen wir kurz noch meinen zweiten Onkel (Onkel Rene), der aber nur kurz angebunden war. Tante Mila erzählte, dass die beiden seit längerem zerstritten sind. Naja, Familie halt. Es ist jedenfalls schön wieder bei ihnen zu sein. 


Tag 4: Geburtstagsdinner in Angona und Pool Nachmittag am Laguna de Bay


Hangin’ around in Cardona

Um Mittag herum waren wir mit der Family verabredet. Daher ließen wir es denn Vormittag entspannt angehen. Bei Tageslicht fiel uns übrigens auf wie schön der Hausgarten von Margarita (so heißt die Schulfreundin meiner Mutter) war. Das Wetter war Bombe, klarer Sonnenschein. Wir schlenderten ein wenig durch Cardona und konnten uns vor dann ganzen neugierigen und freundlich gesonnenen Blicken nicht retten. Ann-Katrin ist hier die Hauptattraktion, denn nach Cardona verirren sich keine ausländischen Touristen.  Cardonas Hauptstraße ist ziemlich busy. Tricycles und Jeepneys so weit die Augen reichen. Onkel Rene fuhr auch zweimal hupend an uns vorbei. Er verdient sein Geld, wie viele andere Philippinos, mit dem Tricycle fahren. Das ist insofern keine schlechte Einnahmequelle, weil die Philippinos jede noch so kleine Strecke mit dem Tricycle fahren und dafür gerne ein paar Pesos opfern.
Wirklich! – Meine Tante war völlig perplex, als wir damals davon sprachen, einfach nur durch die Straßen schlendern zu wollen. Das tun die einfach nicht. Es gibt das Wort „spazieren gehen“,  glaub ich, gar nicht in ihrem Wortschatz.  Sie hat es uns zu Liebe versucht, aber keinen richtigen Sinn im einfachen„Gehen“ gefunden.
Jedes zweite Tricycle fuhr an uns ran und fragte, ob wir irgendwo mit hingenommen werden möchten. Bei einem stiegen wir dann spontan ein und baten ihn darum uns die Hot Spots hier zu zeigen. 


Awesome View auf den Launa de Bay

Er fuhr uns dann zum Kuhala Bay Resort, ein etwas in die Jahre gekommenes Resort, dass auf einer Erhöhung direkt am Ufer des Binnensees Laguna de Bay thront. Wir waren 2013 schon mal mit Jan Jan und Tante Mila hier und dachten damals schon, dass das Resort bestimmt nicht mehr lange hier stehen wird. Gäste haben wir weder damals noch heute dort gesehen. Ich denke, das Resort wird von den Einwohner Manila (sind das dann Manilen oder Manilesen?)  als Wochenendbleibe oder für Firmenaktionen genutzt, weil Touristen gibt es ja sonst keine in Cardona. Die Aussicht auf den größten Binnensee von hier ist sehr nice. Mitten auf dem See stehen einige kleine Holzhütten die auf Stelzen aus dem Wasser ragen. Einige Fischer verrichteten dort ihre Arbeit in ihren Nussschalen. Mein Großvater hier als Fischer gearbeitet. Leider hab ich ihn nie kennengelernt, weil er kurz nach dem meine Mutter nach Deutschland gekommen war relativ jung starb. Die Poolanlage des Hotels macht einen sehr einladenden Eindruck. Auf der Preistafel des Pförtners erfuhren wir, dass man als Nicht-Gast für 200 Peso den Pool für 3 Stunden nutzen darf. Wir behielten das im Hinterkopf, weil heute mein Cousin Jan Jan Geburtstag hat. Da er nichts geplant hatte, schlugen wir im ihm gestern vor, dass er uns einfach sagen soll, was er gerne machen möchte und wir bezahlen das. Wir waren gespannt.

Fischerhütte am Laguna de Bay in Cardona, Rizal
Fischerhütte am Laguna de Bay in Cardona
Laguna da Bay. Palmen und Fischerhütten
Laguna da Bay. Palmen und Fischerhütten

Jans Jans Geburtstagsdinner im SM Center Angono

Wir fuhren nun zu Mila und JanJan. Er teilte uns mit, dass er gerne mit uns allen in ein Restaurant nach Angono ins SM Center fahren möchte. Alles klar, auf ins Jeepney und ab in die Mall. Wir gingen in ein Restaurant namens Max. Jan Jan bekam vom gesamten Personal sogar ein  Ständchen und ein Geburtstagstörtchen on Top und freute sich wie ein Schneekönig. Danach schlugen wir vor,  den restlichen Nachmittag im Kuhalay Bay Resort schwimmen zu gehen und vorher noch Snacks einzukaufen – auf unsere Kosten. Im Supermarkt waren sie trotzdem zurückhaltend und haben immer nachgefragt ob das jetzt ok sei bevor sie Artikel wie Kekse, Getränke, Zahnbürsten und Kaffeeweißer in den Einkaufswagen legten.


Schwimmen mit der Fam im Kuhula Bay Resort

Die Badesachen waren zu Hause schnell gepackt, denn die Fam war hyped auf schwimmen gehen. Im Kuhala Bay Resort war auch am Nachmittag kein Gast zu sehen und wir hatten die Anlage für die 3 Stunden ganz für uns. Das Wasser war zwar etwas zu warm, aber ansonsten war es dort echt top. Pool, Palmen und einen tollen Ausblick auf den Laguna de Bay See. Ein mündlich tradierter Familienmythos, der besagt, dass Onkel Kaka eine echte Wasserrate sei, hat sich hier bewahrheitet. Er hat das Wasser kaum verlassen und machte mit seinen 70 Jahren noch ein paar Kopfsprünge. Onkel Kaka ist einfach nur der Beste.

https://www.facebook.com/pages/Kuhala-Bay-Resort/1898959933677861
3 Stunden hatten wir den Pool mit dieser geilen Aussicht für uns alleine
Familienfoto am Kuhala Bay Resort mit dem Laguna de Bay im Hintergrund
Family Picture nach dem Schwimmen

Um 18 Uhr ging es dann zurück per Tricycle und Motorrad. Jan Jan nahm sowohl seine Frau als auch die beiden Kids auf seinem Motorrad mit, natürlich ohne Helm und so – ein ganz normaler philippinischer Move.

Mann und zwei Kinder auf einem Motorrad in den Philippinen
Ganze Familie auf m Motorrad ohne Helm – ein ganz normaler Move

Karaoke am Abend

Abends gingen wir mit Jimrex, Mamas Patensohn ins Tita Fefita’s Restaurant.  Die Besitzerin war ebenfalls eine Schulfreundin meiner Mutter. Wir verbachten dort einen netten Abend bei Speis und Trank (San Miguel) und wurden von einem sehr leidenschaftlichen Karaoke-Sänger unterhalten. Wir gaben selber beide auch noch einen zum Besten: die Maus sang „Losing my Religion“ von Bad Religion und ich „All Night Long“ von Lionel Ritchie. Auf den Philippinen ist Karaoke ein Volkssport. In jeder kleinen bar steht so eine Karaokemaschine. Wir fuhren sogar mal in einem Tricycle, in das eine Karaoke-Anlage eingebaut war. Zu geil.

“Auf den Philippinen ist Karaoke ein Volkssport”

Bendja von Bendjaontour.de
2 Männer und eine Frau im Tita Fefitas Restaurant in Cardona stoßen an
Bier und Food zusammen mit Jimrex, Mamas Patensohn

Tag 5: Pagsanjan Falls und Umgebung

Tour-organisatorische Dinge und Hinfahrt im Van

Für diesen Tag organsierte uns Jim Rex seinen Onkel als Fahrer inklusiv dessen Minivan. Normalerweise fährt sein Onkel damit täglich die Route Manila-Cardona beruflich. 3.000 Peso zahlten wir, um seinen Verdienstausfall auszugleichen, was völlig ok war. Kurzfristig sagte er leider ab, hat aber netterweise gleich für Ersatz gesorgt – sein Arbeitskollege Diego. Im Van ging es heute mit der Familie zu den Pagsanjan-Falls, einem Wasserfall, der nur per Boot über einen Fluss zu erreichen ist. Meine Eltern machten die Tour zusammen mit Onkel Kaka und Onkel Rene bereits den in den 80ern bereits mit . Auf den damaligen Super-8-Filmaufnahmen war ich immer sehr angetan davon, wie die Boote im rasanten Tempo an den Felsen im Fluß vorbei manövrierten.

Philippinische Familie im Van
Die Familie ist bereit für den Ausflug

Über die philippinische Selfie-Kultur

Obwohl die Entfernung von Cardona dorthin nur 80 km betrug, berechnet Google-Maps für die Strecke 2 Stunden und 40 Minuten. Jimrex hat uns netterweise eine Tour drum herum gebastelt  mit Restaurant und netten Sightseeing-Spots. Bedauerlicherweise konnte er auch nicht dabei sein. Aber seine Schwester Emmie sprang für ihn als Fremdenführer ein. Witzig fand ich, dass hinter manchen Spots in Klammern das Wort „Selfie“ vermerkt hat. Das spiegelt auch die philippinische Fotokultur wieder. Was bei uns ein Fotospot ist, ist bei denen ein Selfie Spot. Man macht keine normalen Fotos, wo niemand drauf zu sehen ist. Das kenne ich auch von meiner Mutter. Urlaubsfotos mit einem selber drauf fungieren als Beweisfotos. Wenn du nicht mit drauf bist, warst du nicht da. 

Bad Vibes beim Boodles Fight

Nach knapp 2 ½ Stunden waren wir in Pagsanjan angekommen. Ich freute mich über das gute Wetter, denn habe gelesen, dass in der Gegend spätestens Nachmittags der Himmel zuzieht.  Allerdings hatte Emmie für uns beschlossen, erst zur Frühstücks-Location zu fahren.  Nach ´ner weiteren halben Stunde Fahrt wurde ich aber etwas ungeduldig, ich im Vorfeld bereits Boote reserviert habe. Am Restaurant (Isdaan Floating Restaurant) angekommen stellte ich fest, dass nicht Frühstücken angedacht war, sondern fettes Mittagessen und zwar um 11:30! Hier gibt es nämlich das legendäre Boodle Fight Menü. Philippinisches Food vom Feinsten, serviert auf Bananenblättern. Gegessen wird, so wie es sich gehört, mit der Hand.
Das ganze Restaurant  an sich war auf Touristen ausgelegt und war wie ein kleiner Erlebnispark hergerichtet. Für mich war es aber nicht die richtige Zeit für die Fressorgie, da ich Hummeln im Arsch wegen der Bootsfahrt und der Reservierung hatte. Danach wäre perfekt gewesen.  Man hätte sich Zeit lassen können und wäre richtig hungrig gewesen. Irgendwie verspannte ich mich dabei und die Maus war schon richtig sauer auf mich. Sie meinte, ich soll mich chillen und beschloss dass, wir es jetzt so machen, wie Emmie es vorgesehen hatte. Die Truppe hat auch schon mitgekriegt, dass mir 1 Laus über die Leber gelaufen ist und Emmie fragte sich, was sie falsch gemacht hat.
Nachdem die Stimmung gut im Keller war, buchten wir den Boodle Fight nun für 800 Peso (14 Euro) pro Person, was für philippinische Verhältnisse schon recht teuer ist. Auf dem schönen Erinnerungsfoto sind die Bad Vibes noch spürbar. Sorry Auntie Emmie! Das Essen war aber richtig köstlich und ich fühlte mich wie ein Idiot.


Eine Bootsfahrt die ist lustig

Nun ging es endlich zu den Pagsanjan Falls. Wir hatten zwei Boote bestellt. Pro Boot können drei Leute mitfahren. Nachdem ich mich bei Auntie Emmie für mein Verhalten entschuldigt habe, überredeten wir sie, mit uns mitzufahren und unseren Fahrer Diego gleich mit. Sie zögerte erst, er jedoch war sofort hyped. Pro Fahrgast bezahlten wir 1500 Peso (ca. 26€). Jeder bekam ein Helm und eine Schwimmweste. Das hatten meine Eltern in den 80ern noch nicht. Die Sicherheitsstandards entwickeln sich auch in den Philippinen weiter.

Bootstour zu den Pagsanjan Falls
Die Maus und ich teilten uns ein Boot mit Onkel Kaka

Der Hinweg führte stromaufwärts den Bumbungan River entlang. Immer wieder musste der Vordermann vom Boot hüpfen und uns an den felsigen Abschnitten hinaufziehen. Richtige Knochenarbeit, der Typ war vong Muskulatur auch ein übelste Maschine. Auf den Weg zum Wasserfall kamen uns zig Boote entgegen, ich schätze mal zu 90 % waren es Chinesische Touristen. Die Natur war sehr beeindruckend. Wir fuhren den Großteil der Strecke durch felsige Schluchten, die teilweise mit Pflanzen bewachsen waren und immer wieder kleine Wasserfälle zum Vorschein brachten. 


About “Big extra tip”

Gedämpft wurde die Stimmung aber, als der hintere Bootsführer uns mit ernster Miene und tiefer Stimme weiß machen wollte, dass er von uns „Big Extra Tip“ erwarte, weil der Vordermann erst 2 Wochen dort arbeitet und 1 Lappen ist. So eine dreiste Trinkgeldvorderung habe ich auf den Philippinen noch nicht erlebt. Bei der Recherche über die Tour erfuhr ich bereits von den dreisten Trinkgeldforderungen (1000 Peso erwarten sie), es hieß aber auch, dass die Veranstalter davon wüssten und dieses Verhalten inzwischen unterbindet würde. Aber nix da. Der Normalfall auf den Philippinen ist eigentlich, dass die netten gutgelaunten philippinischen Tourguides jede Tour aufwerten und man gerne dazu bereit ist gutes Trinkgeld zu geben. Hier ist nun das Gegenteil der Fall. Denn der Typ war einfach unsympathisch und bitte wirkte fast schon wie eine Drohung. Ich versuchte trotzdem den Trip zu genießen, aber es schwingt halt irgendwie mit.  

Bankiero navigiert das Boot an Felsen vorbei
Der Bootsman hatte gut zu tun.

Touri-Bespaßung am Pagsanjan-Wasserfall

Nach einiger Zeit erreichten wir den Wasserfall, der sich in ein natürliches Becken ergießt. Die Philippinen haben natürlich noch viel schönere Wasserfälle auf Lage, aber das wusste ich schon vorher.  Hier ist ganz klar der Weg das Ziel. Die Bootsfahrt an sich würde schon reichen für nen tollen Ausflug. Was mich überraschte, war, dass man sich auf einem Floß per Seil durch den Wasserfall in die dahinterliegende Höhle ziehen lassen. Ja, aber warum? Ich musste es ausprobieren. Die Maus und Onkel Kaka waren auch mit dabei und so stiegen wir zu den ganzen Chinesen mit aufs Floß. Die Wassermassenwar schon heftig und es schien, dass die chinesischen Touris den Spass ihres Lebens hatten. So geht also asiatischer Spaßtourismus. Ich fand es in dem Moment zwar ganz witzig, aber im Grunde ist diese Attraktion ziemlich sinnfrei. Ich fand es irgendwie auch schade, dass diesen schönen Ort damit “verschandelt” wird.


Rasante Rückfahrt stromabwärts

Die Bootsfahrt zurück ging nun rasanter, da wir nun mit stromabwärts. Es machte richtig Spass an den Felsformationen vorbei zu gleiten. Am Bootsanleger angekommen, gab ich den Bootsführern wiederwillig etwas Trinkgeld, jedoch fernab von ihrem Big Extra Tipp. Sie sahen nicht sehr glücklich aus, aber ich war es auch. Ich sagte dem einen von ihnen, dass er durch seine unfreundliche Art nicht mehr Trinkgeld verdient hätte und ging weg.

Next Stop: Caliraya Lake

Auf dem Rückweg fuhren wir noch am Caliraya-Lake vorbei, einem Stausee in 365 Metern über null. Dort war ein Besuch im Japanese Garden angedacht, der aber leider schon geschlossen hatte. Wir stiegen aus und machten ein paar schöne Fotos am See – aber keine Selfies!  🙂 Es war schon schön dort und ist sicher ein nettes Naherholungsgebiet für den Großstädter. Abgefahren fand ich, dass die Vegetation überhaupt nicht philippinisch wirkte. 


Abendessen in Tanay

In Tanay legten wir noch ein Essensstop im Restaurant Rambulls ein. Dort erwartete uns solide Philippinsche Küche, weshalb die Philippinos auch gerne hingehen. Ich gönnte mir BBQ-Spieße und knuspriges Bauchfleisch, dazu ein köstliches Royal Getränk (das philippinische Pendant zu Fanta). Ok, das Getränk zwar einen Tick zu süß, aber es hat was. 

Um kurz nach acht waren wir zu Hause, todmüde, aber ziemlich happy. Es war ein sehr erlebnisreicher Tag mit meiner verrückten Familie. 

Tag 5 auf der Landkarte

Tag 6: Bye Bye Cardona und auf zu den Reisterrassen


Frittierter Milchfisch zum Frühstück

Und schon sind die drei Tage in Cardona wieder um. Heute sollte es in die philippinische Bergwelt gehen, zu den Reisterrassen in Banaue.  Antie Emmie bereitete für uns netterweise Frühstück vor. Im Garten steht ein kleines Holzhäusschen mit einer Kochecke. Sie machte uns Reis und Daing na Bangus (fritierter Milchfisch) – ein klassiches Philippinisches Frühstücksgericht. Ich lieb es, Leute!
Wir packten unsere Sachen und wollten als Dankeschön noch etwas Geld da lassen, schließlich haben wir umsonst hier gewohnt. Emmi wollte partout  nichts annehmen und Margarita schrieb uns über Facebook ebenfalls, dass wir bloß nichts da lassen sollen. Ich bin schließlich der Sohn ihrer Schulfreundin und ihr Gast. Voll nett. 


Aller Abschied ist schwer

Wir fuhren noch mal zu Tante Mila, um uns von allen zu verabschieden. Onkel Rene kam auch noch kurz vorbei, was mich sehr gefreut hat, da wir ihn kaum zu Gesicht bekommen haben. Ein Erinnerungsfoto haben wir auch noch geschossen. Zum Abschied ließen wir noch  etwas Geld da für Mila und Kaka da.
Zum Abschied unterdrückten wir dann immer wieder unsere Tränchen. Man weiß, dass wieder einige Jahre vergehen werden, bis zu unserem nächsten Wiedersehen. Und sie sind, bis auf meinen Cousin natürlich, auch alle nicht mehr die Jüngsten.
Onkel Rene brachte uns zur Van-Station in Cardona. Er bekam dann auch noch „Big Extra Tip“ von uns, dass er widerwillig, aber doch dankend annahm. Dabei machte er wieder so witzige Faxen, die mich lauthals zum Lachen brachten. Im Van mussten wir für uns und unser Gepäck 4 Plätze in Beschlag nehmen, was uns um die 400 (ca. 7 Euro) kostete. Wehmütig,  aber auch mit Vorfreude auf den unseren bevorstehenden Trip, verließen wir Cardona in Richtung Manila. 

Onkel Rene bekam ich dieses Mal leider nicht so oft zu Gesicht.

Fortsetzung folgt

Ich hoffe, der erste Teil meines “Urlaub auf den Philippinen – Tripreport Teil 1” hat euch gefallen. Ich war selber erstaunt, wie viel Text es geworden ist und wie gut ich die Reise nach 2 Jahren rekonstruieren konnte. Im nächsten Teil erfahrt ihr, was wir in der philippinischen Bergwelt so getrieben haben. 4 Tage waren wir bei den Reisterrassen in Banaue, Hapao und Batad. Außerdem reisten wir ganz spontan ins Buscalan Village zur weltberühmten Tattoo-Künstlerin Apo Whang-Od, wo ich mir mein erstes Tattoo machen ließ.
Wir sehen uns, euer Bendja.

Links zu weiteren Artikeln dieser Philippinenreise



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